Grün-Weiße Invasion im besinnlichen Vogtland – Landespokal in Auerbach

Um 12 kam mir also beim A-Juniorenspiel in Beucha die Idee doch „schnell rüber“ nach Auerbach zu fahren. Zwei Stunden später hatte ich pünktlich mit dem Anpfiff meinen Platz eingenommen. Chemie war im Sachsenpokal-Halbfinale zu Gast und es ging um nichts geringeres, als den Finaleinzug und damit die ganz große Chance auf die Teilnahme am Deutschen-Pokal. Dementsprechend war Chemie auch mit voller Kapelle angereist – ca. 1.800 Fans, die den Stehplatzbereich hinterm Tor und den eigentlichen Gästeblock (die Gegengrade) füllten und dabei auch unter anderem den Sprecherturm bestiegen. Die Haupttribüne ist eine überdachte Sitzplatztribüne, genau wie der zweite Hintertor-Block, in dem auch VIP-Bereich und Mannschaftskabine untergebracht sind. Generell kann man zum Stadion sagen, dass es relativ idyllisch an einem Hang zwischen einem Plattenbaugebiet und einer Kleingartenanlage liegt. Typisch Ostdeutscher geht eigentlich nicht. 4.100 Zuschauer finden hier Platz – heute waren 2750 Zuschauer vor Ort.

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Blick ins VfB-Stadion Auerbach

Das Wetter war endlich mal wieder frühlingshaft und die Hütte gut gefüllt – es musste einfach ein guter Nachmittag werden. Das beide Teams was auf dem Kasten haben, konnten sie ja im Landespokal bereits unter Beweis stellen – Chemie schlug Zwickau, Auerbach besiegte Chemnitz. Zum Intro zeigten die 30 aktiven Heimfans eine gelb-schwarze Blockfahne mit Silhouette ihrer Heimat, dem Wappen und Vereinsnamen. Dazu wurden ein Banner „Die Region steht hinter euch“ gezeigt und gelbe Wurfrollen geworfen. Eine respektable Choreo für so einen kleinen Verein. Die Gästefans aus Leutzsch präsentierten ein Banner „Mit dem Wind im Rücken über das Meer – wir nehmen Kurs aufs Finale“, welches optisch durch grüne und weiße Fahnen abgerundet wurde. Nach einer Weile tauchte dann noch ein Kapitän auf seinem Schiff mit seiner qualmenden Pfeife auf. Es zweites Element wanderte noch durch den Block, war aber nicht zu erkennen. Schade.

Auf dem Spielfeld zeigte Leipzig sofort, dass man heute gekommen war um zu siegen und Auerbach brauchte erst einmal ein paar Minuten, bis sie wirklich etwas gegensetzen konnten. Danach sah man ein spannendes ausgeglichenes Spiel, in denen beide Torhüter gut gefordert waren. Auch auf den Rängen war ordentlich was los. Zu meiner Überraschung gab es aus dem aktiven Auerbacher Block 90 Minuten lang respektablen Support. Gegen die chemische Übermacht hatten sie kaum eine Chance, hielten jedoch gut mit. Die Leutzscher legten einen wie gewohnt souveränen Auftritt hin. Zu erwähnen ist noch eine motivierte Hool-Fraktion zwischen Haupttribüne und Gästeblock gewesen, die anhand der Kleidung auf jeden Fall dem rechten Milieu zuzuordnen war. Mutmaßlich waren es Zwickauer – räumliche Nähe und Pokalhistorie boten dies ja an. Bis auf Pöbeleien vor allem gegen Chemie-Trainer Demuth und einigen nicht definierbaren Gesängen kam allerdings nichts aus der Ecke. Mühe mich zusammen zu reißen hatte ich bei den pöbelnden Vogtländer. Meine Fresse – was für ein süßer, klingender Dialekt.

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In Halbzeit 2 ging Chemie dann schnell in Führung. Auerbach lag der Ausgleich mehrfach auf dem Schuh. Allerdings wurden die Versuche mit der Zeit immer verzweifelter und Chemie immer sicherer. Nach der roten Karte in Minute 80 gegen Auerbach, wurde das Ergebnis immer sicherer und Chemie sang sich in einen Rausch, bis dieser dann vom Schlusspfiff und einem kleinen Platzsturm unterbrochen wurde. Die BSG Chemie Leipzig trifft im Alfred-Kunze-Sportpark nun im Sachsenpokalfinale auf den FC Oberlausitz Neugersdorf und die erste Pokalrunde im Deutschen Pokal ist zum Greifen nahe. Was für ein Leutzscher Traum.

 

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