Vor-Himmelfahrts-Abend und bestes Fußballwetter riefen dazu, mal wieder ein paar Spiele zu machen. Der Tasmane vom Höllenreiter Blog hatte einen Doppler (und das auch noch im beschaulichen Nordsachsen!) ausgegraben. Der Plan war ganz ordentlich für einen Mittwoch Abend.
Als erstes ging es nach Bad Düben ins Horst-Stanisch-Sportstadion, wo wir auch direkt als Hopper enttarnt wurden. War sicherlich nicht so schwer zu erkennen, da Johannes und der Tasmane beide ihre Kameras mitbrachten und sich dann ab dem Zeitpunkt auch ein durchaus belustigendes Battle ums beste Fotomotiv lieferten. Als erstes deckten wir uns erst einmal mit Bier ein – ein teurer Spaß. 12€ für drei Bier inklusive je 2€ Becherpfand ist schon echt sportlich und dann welche Enttäuschung – Radeberger Bier im Ur-Krostitzer-Land.
Das Stadion ist doch recht passabel für einen Kreisoberliga-Ground – an beiden Seiten ist ein Erdwall aufgeschüttet, auf welchem sich jeweils mehrere Reihen Old-School-Bänke oder einfach Parkbänke befanden. Abgerundet wurde das Ganze von einer – von der Dorfjugend bedienten – manuellen Anzeigetafel und den optisch sehr schicken Umkleidekabinen.
Als 5 Minuten vor Anpfiff dann die Gästemannschaft das Gelände betrat, erahnten wir schon schlimmes. Letztendlich wurde die Partie dann auch 25 Minuten später angepfiffen, was durchaus ein Problem für unsere Folgetermine darstellte. Auf die Frage, wie weit Dahlen von Düben entfernt ist, antwortete uns ein Einheimischer nur „Die Dahlener Heider ist ja auch direkt neben der Dübener. So weit kann es ja nicht sein.“ – wie unsere Recherche ergab waren es immerhin 50 Kilometer Anreise – die kann man schon mal verchecken. So war dann zumindest zum Anpfiff auch das Bier alle…
Auf dem Platz sahen die 60 Zuschauer das Mittelfeldduell zwischen dem FV Bad Düben und Wacker Dahlen. Bad Düben ging früh bereits in Führung und konnte diese dann in Minute 30 auch verdient ausbauen. In der 89. Minute konnten die Gäste wohl noch den Anschlusstreffer erzielen, welchen wir aber nicht mehr erlebten, da wir zu diesem Zeitpunkt im Auto bereits nach Torgau eilten.
Auf jeden Fall ein ordentlicher Ground in wunderschönem Ambiente mit netter Partie.
Torgau – Hafenstadion – Kreispokalfinale
10 Minuten vor Anpfiff erreichten wir Torgau. Für humane 5€ Eintritt bekamen wir eine ordentlich hässliche Karte. Ich – der Hobby-Pöbler – bin einfach nicht zufrieden zu stellen. Nach dem wir uns mit Bier und Steak eingedeckt hatten, ging es auf unsere Plätze.
Das Hafenstadion in Torgau wird im normalen Liga-Spielbetrieb von Inter Leipzig bespielt. Die Zuschauerzahlen sind bei den Oberliga-Spielen häufig sehr überschaubar und so ist das alljährliche Kreispokalfinale Nordsachsens eine willkommene Abwechslung, zu welchem heute immerhin 575 Zuschauer kamen. Neben der überdachten und bestuhlten Haupttribüne, findet man auf der Gegengrade noch einmal drei Reihen blau-weiße Sitzschalen. Abgerundet wird das ganze durch eine Laufbahn und vier größere Flutlichtmasten.
Das Ticket für den Sachsenpokal wollten heute der SV Zwochau und Frisch-Auf Doberschütz-Mockrehna lösen. Alles war angerichtet für einen guten Pokalfight. Die Zwochauer waren immerhin mit zwei Bussen und vielen PKW angereist und organisierten einen ganzen guten Support, der sich aber auch auf 0815-Gesänge beschränkte. Von den Doberschützern hätten wir uns auch was erwartet – immerhin hatten sie sich ein Ultras-Banner gedruckt. Bis auf einzelne klägliche Schlachtrufe, kam hier leider nicht viel.
Eingelaufen wurde zur Champions League Hymne. Wir bepissten uns erstmal königlich vor lachen. Das Spiel ging recht flink los. Doberschütz spielte einfach ordentlich effektiv und ging recht früh mit zwei Toren in Führung. Die Favoriten aus Zwochau spielten klar den besseren Fußball – kamen allerdings nicht zu den wirklich zwingenden Chancen. Beim Halbzeitstand von 0-2 war noch längst nichts gegessen. Nach dem Pausen(-hopfenblüten-)tee ging die recht intensive Partie in ihre zweite Runde. Zwochau schaffte in der 62. und 64. Minute den Ausgleich und der SVZ-Mob tobte. Fliegende Bierbecher und ordentlich Emotionen – mehr Stimmung als bei manchem 3.Ligisten. Zwochau drückte weiter auf den Führungstreffer und kassierte so einige heftige Konter. In der 82. führte einer dieser Konter zum erneuten Führungstreffer für Doberschütz. Der Doberschützer Florian Prause kassierte dann noch Gelb für den Torjubel, es gab eine kurze Spielunterbrechung und der Platzwart wurde ausgerufen. Was war passiert? Prause hatte beim Torjubel die Eckfahne zertreten. In den letzten Minuten rannte Zwochau zum Teil zu hektisch an und Doberschütz schindete ordentlich Zeit. Für ordentliches Gelächter sorgte bei uns der Schlagabtausch unter den Fans. Die SVZ-Fans skandierten „Ihr seid nur ein Karnevalsverein“ und „Absteiger“, was die Doberschützer mit einem überraschend lauten „Pokalsieger“ beantworteten. Nach fast 10 Minuten Nachspielzeit pfiff der Schiedsrichter dann die Partie ab und so unterlag der Finaldebutant Zwochau mit 2-3 gegen Doberschütz. Nach einer kurzen Rangelei und viel Hektik auf dem Platz, feierten die Doberschützer dann ihren Sieg ausgelassen mit T-Shirts, Pokal und Bierdusche – sie wissen ja bereits wie das geht. Immerhin hat Doberschütz-Mockrehna in den letzten 5 Jahren vier mal den Kreispokal gewonnen.
Wir waren ganz zufrieden mit dem Abend. Kogen und der Tasmane hatten einige gute Bilder gemacht, das Wetter hatte durchgehalten und war bis zuletzt angenehm. Die Spiele waren äußerst unterhaltsam und das Gepöbel und der Support im Kreispokalfinale auf diesem Niveau einfach Weltklasse. Gerne wieder einmal auch mit dem Tasmanen!
#Flo

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