„Ey, dein Vater f*ckt deine Mutter!“ – Tour durch Chemnitz

  1. SV Textima Chemnitz U17 – SpG VfL Chemnitz/SpVgg Blau-Weiß U17 (28.05.2016)
  2. Chemnitzer FC U19 – Berliner AK U19 (28.05.2016)
  3. Rapid Chemnitz – Chemie Leipzig (28.05.2016)
  4. Pleiten, Pech & Pannen – 3 Spiele & keins gesehen (29.05.2016)

SV Textima Chemnitz U17 (0-5) SpG VfL Chemnitz/ SpVgg Blau-Weiß 02 U17
28.05.2016 / 11:00 Uhr
Sportplatz Erfenschlag Chemnitz
 / 20 Zuschauer
B-Junioren / Kreisliga Chemnitz

Die Planung begann des Wochenendes begann damit, dass ich einen befreundeten Schiedsrichter pfeifen sehen wollte. Mit Freude stellte ich fest, dass am gleichen Wochenende auch Chemie Leipzig bei Rapid Chemnitz spielte und die A-Junioren des Chemnitzer FC’s ebenfalls ein Heimspiel im Sportforum absolvieren mussten. Da ließ sich doch eine schöne Tour basteln.

Etappe 1 lies mich mit dem Rad gleich ordentlich schwitzen. Die Bezeichnung „Textima-Alm“ für den Sportplatz Erfenschlag rührt nicht von ungefähr. Kaum am Gipfel angekommen, konnten die Gäste direkt in Führung gehen und ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Zeit den Sportplatz zu begutachten. Eine beachtliche Schieflage & schräge Seitenlinien dürften diese Anlage zu einer Besonderheit machen. Umschlossen wird das Areal von Bäumen und einigen Einfamilienhäusern. Einen Ausbau sucht man hier jedoch vergebens. Ausgestattet mit Bocki & Bier gings in Halbzeit 2. Diese wurde aus dem Nichts zur ganz aggressiven Angelegenheit: Beleidigungen, harte Fouls, eine Schwalbe die zum Elfmeter für die Gäste führte. Der Junge Schiri verlor völlig die Kontrolle & wird froh gewesen sein, als dann beim Stand von 0-5 Schluss war. Weiter zum nächsten Kick.


Chemnitzer FC U19 (9-0) Berliner AK U19
28.05.2016 / 13:00 Uhr
Sportforum Chemnitz
 / 40 Zuschauer
A-Junioren / Regionalliga Nordost

Highlight Nummer 1 ist der Besuch des Hauptstadions im Chemnitzer Sportforum gewesen. Längst schwadronieren Berichte über Abriss oder Renovierung – da muss der Gammelground nochmal schnellstens gehakt werden. Das schöne alte Rund hat eine Laufbahn, bestehend aus Stehplätzen und einer sehenswerten Haupttribüne. Markant sind der große Glockenturm und die 4 großen Flutlichmasten, die schon längst nicht mehr leuchten. Zum Spiel verloren sich nur 50 Zuschauer auf die Haupttribüne. Schade eigentlich, dass hier keine Spiele mit gut gefülltem Haus stattfinden. Auf dem Spielfeld waren ein weiteres mal die Rollen klar verteilt und die Berliner hatten keine Chance überhaupt in Tornähe zu kommen. Machen wir’s kurz – die Punkte verbleiben in Chemnitz, die 2. Bocki des Tages ist ebenfalls verdrückt. Nichts weiter zu schreiben außer ein schlechter Wortwitz – wir machen es wie Ferrari-Fahrer und fahren fort.


BSC Rapid Chemnitz (2-6) BSG Chemie Leipzig
28.05.2016 / 15:00 Uhr
Stadion an der Irkutsker Straße Chemnitz
/ 843 Zuschauer (ca. 350 Gäste)
Herren / Landesliga Sachsen

Das letzte Spiel für heute war das brisante Match zwischen Rapid Chemnitz und der BSG Chemie Leipzig. Beim Hinspiel kam es zu Ausschreitung, nachdem es von Chemnitzer Seite Hitlergrüße gab. Das Spiel wurde gar nicht erst angepfiffen und erst vor einigen Wochen nachgeholt. Da Ausschreitungen befürchtet wurden, sollte das Rückspiel eigentlich in einem sicheren Stadion stattfinden. Leider waren die Alternativen nicht verfügbar und so wurde also in Kappel an der Irkutsker Straße vor einem beachtlichen Bullenaufgebot gespielt. Das Spiel wurde 5 Minuten zu spät erreicht, da es für Heim & Gäste nur je einen Eingang gab, der natürlich gut überlaufen war. Am Stadion angekommen, konnte man bereits die Chemiker hören und auch den Torschrei der gut 300 Leutzscher. Im Stadion bot sich dann ein klares Bild: an jeder Ecke Cops. Auf der Gegengrade fanden sich die Gäste aus Leipzig ein, deren Gästekontingent nur auf 350 Karten begrenzt wurde. Sie waren auch die einzigen, die etwas Stimmung zwischen die ganzen Plattenbauten brachte. Akustisch wie gewohnt ein stabiler Auftritt. Hinterm Tor hingen einige Banner – unter anderem auch vom CFC – hinter welchen sich gut 200 schwarz gekleidete Chemnitzer versammelten. Auch die „Haupttribüne“ (ein Erdwall mit Steinstufen) war gut gefüllt und durchmischt mit Rentnern, normalen Fußballbegeisterten und einigen Motivierten.

Wie zu erwarten, gab es einige „Juden-Chemie“ & „Chemie-Schweine“-Einlagen zu hören, welche die Chemiker mit Schmähungen ihrerseits beantworteten. Die enge Kulisse bot genug Möglichkeiten Nettigkeiten quer über den Platz auszutauschen. Neben politischen Meinungsverschiedenheiten, durfte dann auch über ganz besonders intellektuelle Ausflüge eines Chemnitzers gestaunt werden. „Ey dein Vater fickt deine Mutter“ ließ dann doch die Frage aufkommen, ob man in Karl-Marx-Stadt auf Aufklärungsunterricht verzichtet hat. Die doch recht häufige Nutzung des „Fickens“ lässt natürlich auch darauf schließen, dass da jemand kräftig untervögelt war. Bei dieser Aura wenig verwunderlich. Nicht jedes Schicksal ist leicht…

Nebenbei wurde auch noch gespielt. Rapid ließ den Rückstand nicht auf sich sitzen und spielte einige gute Chancen heraus. Wirklich sehenwert war neben den Trainerbänken aus Bierkästen des Hauptsponsors vor allem auch der Ausgleich durch Rapid. Aus 20 Metern drückte der Kappler einfach mal ab und beförderte das runde Leder ins Eck. Rapid drückte weiter auf den nächsten Treffen, bis Chemie dann die Kontrolle übernahm und letztlich ungefährdet auf 6-2 erhöhte. Chemie erhält sich somit weiter die Chance auf den Aufstieg in die Oberliga, da der direkte Konkurrent aus Grimma patzte.

Unser oben erwähnte Freund unternahm nach dem Abpfiff noch einen Ausflug Richtung Gästeblock. Ob er jemanden „ficken“ wollte, ist nicht bekannt. Der Staatsapparat hielt ihn dann glücklicherweise auf. Nicht vorzustellen, wenn sich diese Koryphäe auch noch fortpflanzen würde…


Eibenstocker BC – SV Affalter
29.05.2016 / 15:00 Uhr
Sportplatz Eibenstock
 / 120 Zuschauer
Herren / Kreisliga Erzgebirge-West

Unter gekommen war ich im Chemnitzer Süden bei einem befreundeten Schiri, welcher morgen mein Hauptspiel in Eibenstock pfeifen sollte. Und so konnte die Nacht zum Sonntag erfolgreich verquatscht werden. Folgerichtig wurde das erste Spiel (U19 im HOT-Sportzentrum) verpennt. Da damit schon 1 von 3 geplanten Spiel flach fiel, lud mein Gastgeber mich ein, einfach bei ihm im Auto mitzufahren und vorher noch Klöse & Rotkraut bei seinen Eltern mit abzustauben. Ich lehnte ab (!), denn ich hatte ja bereits 12:30 einen Kick auf dem Plan, welcher natürlich unbedingt gemacht werden musste. Schließlich lautete das Ziel „ESV Zschorlau II“. Also ab aufs Rad & ab geht er, der Peter. Eine dunkle Wolkenfront zog heran, mir schwante bereits böses und schon sah ich mich in die nächste Bushaltestelle flüchten, da ein Gewitter des Todes mit Regel, Hagel & sonstigen Shit über mich hinweg zog. Spiel 2? Kannste vergessen.

Also wurde das Unwetter abgewartet und dann direkt Eibenstock angesteuert. Ich also die ganze Zeit am Fluchen, als ich endlich Aue erreichte und auf einen Radweg abbog, der auf einer alten Eisenbahntrasse mich bis zum Ziel bringen sollte. 7 Kilometer hinter Aue & weit weg von jeglicher Zivilisation dann das Desaster: der Vorderreifen beendete mit einem lauten Knall seine Schicht, Reparatur zwecklos. Spiel 3? Ach fragt nicht… Auf dem Fußweg zum Bahnhof in Aue erwischte mich dann noch die nächste Regendusche und in Zwickau verpasste man noch die Anschluss-S-Bahn und durfte ewig auf die Nächste warten. Wenn man bedenkt, dass die Alternative zu diesem Tag das deftige Mittag & eine schicke Kreisliga-Partie gewesen wäre… Die Definition von „Scheiß Tag“? Hier habt ihr sie!

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