Relegation: Dynamo Dresden gg. Kaiserslautern

SG Dynamo Dresden (3-3) 1.FC Kaiserslautern
24.05.2022 / 20:30 Uhr
Rudolf-Harbig-Stadion Dresden / 30.530 Zuschauer (3.000 Gäste)
Herren / Relegation zur 2.Liga

Zugegebenermaßen ist es eher ein Zufall, dass hier überhaupt Bilder von dieser Partie folgen. Man hatte den VVK-Start verpennt und eher zufällig mitbekommen, dass auch mehrere Stunden danach noch Tickets zu haben waren. Und so ging eines der letzten Tickets in den Leipziger Süden. Da die Abreise mit den Öffentlichen doch eher knapp erschien, nahm man den Edelflitzer um über die verhasste A14 und verteufelte A4 nach Dresden zu kurven. Jede einzelne scheiß Fahrt bestätigt mich erneut, lieber die Deutsche Bahn zu nutzen. Stauentnervt erreichte man trotzdem rechtzeitig die Landeshauptstadt, da der Lauterer Sonderzug auf seiner Anreise wiederum auch nicht ganz pünktlich war. Die Anreise konnte gut dokumentiert werden, auch wenn man dazu in Kauf nahm, von einem Gruppenführer der Staatsgewalt in Gespräche verwickelt zu werden. Dieser offenbarte mir zumindest sein Herz für Pyro und Fußballfankultur, weshalb wir die grobe Fahrlässigkeit, mit Bullen zu quatschen, an dieser Stelle mal getrost bei Seite schieben. Mit einigen Böllern und Bengalos kündigte sich dann auch der Sonderzug an. Erwähnenswerte Scharmützel gab es vor dem Spiel keine und so tauchen wir ein ins Rudolf-Harbig-Stadion.

Die Geschichten um das Spiel und auf dem Platz sind längst aus erzählt. Verzichten wir also darauf und fokussieren wir uns auf das Geschehen auf den Rängen. Beide Kurven starteten mit angemessenem Intro. Die Gäste starteten mit Rotweißen Fahnen und einem großen Wimpel, dem dann die ersten Bengalos des Spiels folgten. Die Heimseite spielte mit der gewohnten Assi-Mentalität – Bengalos rundeten dann auch hier das ganze ab. Im Anschluss flog auch die erste Rakete von Lautern in den Dresdner Familienblock. Muss man so ehrlicherweise nicht machen und ist in Gänze sicher auch asozialer, als dass was zum Spielende noch von Dresdner Seite folgen sollte. Aber seit wann sollten Presse, Öffentlichkeit und Soziale Medien schon für nüchterne Fakten interessieren.

Akustisch wurde ordentlich was geboten, was ständig mit Pyro untermalt wurde. Beide Seiten nahmen sich hier nicht viel. Fleißig fotografiert wurde auch – so war natürlich auch wieder die Staatsgewalt am Start und knippste jeden Pyro-Zündler – zeitweise echt ein Knochenjob. Während Lautern sportlich nicht sonderlich bemüht war, bewies Dynamo durchgängig, weshalb sie hier am Ende auch absteigen sollten. Hochachtung an meine Sitznachbarn, die sich dass hier seit Monaten geben müssen. Letztlich kassierst du hier aus Dummheit kurz nach der Halbzeit das 0-1, wonach der Klassenerhalt auch in weite Ferne rückte.

Im Spielverlauf steigt die Verzweiflung auf der Heimseite und in einzelnen Spruchbändern wurde dann auch abgerechnet mit der Saison. Als Dynamo dann in der 90.Minute das 0-2 kassierte, sorgte der K-Block für eine Spielunterbrechnung. Böller und Pyro flogen auf den Rasen und Choreomaterialien gingen in Flammen auf. Das der Stadionsprecher dann nach dieser Saison nicht einfach schwieg, sondern noch mit den üblichen Phrasen wie „ihr schadet unserem Verein“ auf die Fans einzuwirken versuchte, sorgte dann auch bei den gemäßigteren Fans für Unverständnis und Häme. 10 Minuten später konnte dann nochmal angepfiffen werden, um diese letzten Minuten noch zwingend von der Uhr spielen zu müssen. Danach war Schluss und Lautern feierte Lautstark die Rückkehr in Liga 2. Dass dies ohne Platzsturm oder anderer Störgeräusche seitens der Dresdner möglich war, hat wohl dann doch den einen oder anderen überrascht und zeugt doch auch von großer Disziplin. Wer sieht schon gern einen anderen Verein im eigenen Stadion aufsteigen. Die Dresdner Spieler zeigten sich übrigens nicht mehr.

Auch außerhalb des Stadions blieb es ruhig. Es gab wohl den Versuch, einzelner Dynamo-Anhänger die Katakomben zu stürmen. Ansonsten war da nicht mehr viel los, wenn man mal von kurzen Kontakten an den Shuttlebussen absieht, die ja eher die Regel sind. Sicherlich holt sich mancher einen drauf runter, dass dies nur an den über 1.000 Beamten lag. Meiner Wahrnehmung nach, war vielen Dresdnern jedoch einfach schon vorher klar, wohin es in der nächsten Saison gehen wird, weshalb die ganz extremen Reaktionen ausblieben. Tief in der Nacht fuhr dann der Lauterer Sonderzug wieder gen Westen – nicht ohne noch ein wenig Silvester zu feiern. Ihr hättet davon jetzt hier Bilder sehen können, denn den richtigen Riecher hatte ich. Aber der Hunger auf MC’s war dann einfach größer – der wohl größte Skandal des Abends.

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