BSG Chemie Leipzig (0:0) 1. FC Lokomotive Leipzig
02.04.2023/16:00Uhr/14,50€
Alfred-Kunze-Sportpark/4.999 Zuschauer
Regionalliga Nordost
Das Leipziger Stadtderby jährt sich zum 108. Mal, ein Anlass den sich wohl der ein oder andere nicht entgingen ließ. Aufgrund kurzfristiger Dienstplanänderungen machten sich die Parthenstädter als Zweier-Delegation ins AKS. Mit 108 Partien gilt das Leipzigerderby zwischen Chemie & Lok, grün-weiß & blau-gelb oder Zecken und Faschos zum zweithäufigsten Derby in der Republik.
Beide Fanlager präsentierten sich solide, mit einseitiger Choreo zu Spielbeginn und gegenseitige Schmähgesängen. Der Leutzscher-Norddamm verzichtete im polizeilichen Hochsicherheitsspiel auf den Einsatz pyrotechnischer Artikel und ersetze diese stilvoll mit grün-weißem Konfetti und Schwenkern. Anschließende gegenseitige Pöbelleien thematisierten den Namensgeber der chemischen Austragungsstätte und einen Schlachtzug über die Pragerstr.

Die mir versprochene Stadtderby-Endstufen-Stimmung kam meines Empfindens jedoch nicht auf. So war der Gästeblock in Passagen des Spiels kaum bis gar nicht wahrzunehmen und von den Chemikern kam bis dato zu manch anderen Spieltagen auch schon mehr.


Die spielerische Analyse lässt sich kurz halten, bei einem 0:0 wohl meist der Fall. Verglichen waren die Gastgeber die spielbestimmende Mannschaft. Die trübe 1. Hälfte wurden von der darauffolgenden deutlich überboten. Nicht nur die Sonne sorgte für angenehme „Jacke aus Momente“ sondern auch im Spiel wurde es hitziger. 1 gegen 1 Chancen auf beiden Seiten, welche vom Leutzscher Schlussmann sensationell entschärft und von der grün-weißen Offensive verstolpert wurden. Im Sinne des Fußballgottes blieb es bei so manchen hochkarätigen Chancen, mehr entstand nicht. Beide Mannschaften trennten sich torlos im 108. Ostderby.

Nach Spielende feierten die Probstheidaer Gäste mit einer von den Fans übergebenen Trophäe die „Stadtmeisterschaft“ – 3x ungeschlagen gegen die BSG, aber keine 3 Siege ;).
Das Highlight unseres Besuchs sollte aber noch folgen. Auf dem Weg zum Auto hatten wir das Glück „leicht“ aggressiven Lokis in die Arme zu laufen. Diese kamen uns auf der Hauptstraße hinter dem Haupteingang zügig entgegen – knappe 50 Meter waren es wohl nur noch. Wie das bei einem solchen Spiel, wo das eigentliche Gekicke deutlich den Sicherheitsmaßnahmen und der polizeilichen Kontrolle unterliegt passieren konnte können wir uns bis heute nicht erklären. Die gedankenreiche Entscheidung im Sinne von „Ey diggi lass mal lieber nicht weiter gehen“ verhinderte Schlimmeres. Im Anschluss strömten Unmengen an blau-weißen Partybussen zwischen beide Seiten und organisierten einen geordneten Abzug der blau-gelben Proleten.
Bis auf diesen Zwischenfall entpuppte sich das Hochsicherheitsspiel als gänzlich friedliche Partie.


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