Big City Clan – Berliner Großfamilie erobert Jena

FC Carl Zeiss Jena (0:5) Hertha BSC

12.08.2023 / 13:00 Uhr

Ernst-Abbe-Sportfeld / 11.800 Zuschauer (1.661 Gäste)

Herren / DFB Pokal

8:30 Uhr hieß es Abfahrt und ab nach Jena, erste Runde DFB Pokal. Die unübliche Aufbruchszeit begründete sich mit der Anreise der Gästefans aus der Hauptstadt. Um nicht zwangsläufig mit der Herthaner Szene anreisen zu müssen wählte ich den Augenringe-Express. Neben der Zugverbindung setzte ich mich am Vorabend auch mit meiner Kleidungswahl auseinander. Die originelle Sternburgische-Hopperklamotte wurde dem Dresscode beider Vereine nicht gerecht und aufgrund meiner Anreiseroute und meinem späteren Aufenthaltsort im Stadion musste ein Mittelweg her – blau weiß grüne Streifen; ein bisschen von beiden, aber eigentlich auch nichts von beiden – schwarz wäre vermutlich zu einfach gewesen :D.

Naja wie es der „Zufall“ so will und wie es die Einleitung vermuten lässt, stieg ich in Naumburg genau in jenen Zug ein – Ausnahmezustand. Bis auf die kulturelle Entfaltung mit Graffitos, einer 20-minütigen Unterbrechung der Fahrt durch Inhalatoren grüner Kräuter und böse Blicke für zusteigende FCC Fans gab es keine weiteren Zwischenfälle.

Empfangen wurden die Gäste im Paradies (Name des Bahnhofs) vom wartenden Jenaer-Fanmarsch und lautstarken „Absteiger“ Rufen.

*Mein Gedanke an dieser Stelle: Wie kann es eigentlich sein, dass ein von der Polizei geleiteter Fanmarsch zum Stadion genau zur Ankunft der Gästefans am Bahnhof ist?

Mit Ankunft im Stadion erlebte ich mein persönliches Tageshighlight. Während sich die Dardaibande im Innenraum aufwärmte, sah man am oberen Ende des Gästesektors immer wieder blaue und weiße Linien entstehen.

Nun ziert ein großes BSC die Rückwand des neugebauten und erstmalig benutzten Auswärtsblocks – originelle Einweihung.

– zum Spiel –

Die erste Chance des Spiels lag auf der Seite der Gastgeber doch der Jenaer Offensivmann verstolperte den Ball. Den anschließenden Gegenzug nutzten die Berliner um schon nach 6 Minuten das 1:0 durch Dardai zu erzielen … Wer? einer von den 4 wird’s gewesen sein – Großfamilie im Big City Club passt perfekt. *Als ehemaliger Trainersohn kann ich mir diese wöchentlich wiederholenden Familienfeiern mit zwei weiteren Brüdern und dem Vattern als seriösen Bundesligatrainer im besten Willen nicht vorstellen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Jena bis zur Halbzeit gut mithielt, Hertha spielbestimmender aber nicht die Übermacht war. So ging man motiviert mit einem Tor Rückstand in die Pause. Was dann passierte kann sich niemand erklären: Bumm, Bumm, Bumm, so stand es noch vor Wiederanpfiff 0:4. Nach 50 Minuten war das Spiel gelaufen und auch mit kurzer Verzögerung krachte es 6 Minuten später erneut zum 0:5 Endstand.

Rückblickend hat es sich angefühlt, wie wenn im Jugendfußball gezündet wird. Alle stehen mit offenem Mund auf dem Platz, keiner realisiert, was die eigenen Anhänger da draußen machen und währenddessen läuft das Spiel weiter. Grüße nach Jena, beim nächsten Mal anders machen…

Bis auf den heimischen Halbzeitempfang lässt sich zur Stimmung nicht viel verlieren.

Aufgrund der unüblichen Übergangslösung der Blocksituation im neuen Stadion kam von der „Heimkurve“ nicht viel bei mir an. Die Gäste hingegen performten lautstärketechnisch bockstark, nur die der Kreativität der Gesänge lässt noch etwas zu wünschen übrig.

Abschließend lässt sich sagen, wie zu erwartender Kick, schöne Stadt, angenehme Begleitung und Gondwanaland ähnliche Temperaturen.

Gut Kick! 

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